MINIMALINVASIVE HANDCHIRURGIE

Medizinischen Fortschritt gibt es auch in der Handchirurgie. Aus den vielen verfügbaren neuen Behandlungsmethoden wählen wir die aus, die Vorteile für die Patienten mit sich bringen und auch medizinisch sinnvoll erscheinen. Folgende von uns angewandte Operationstechniken zeichnen sich durch einen hohen Patientenkomfort aus.

  • Operationen in der WALANT-Technik (Wide-awake-local-anesthesia-no-tourniquet): dies bedeutet eine Lokalanästhesie mit Adrenalin-Beimischung. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer Oberarmblutsperre, wodurch auch größere Operationen in örtlicher Betäubung möglich sind. Klassisches Beispiel einer solchen Operation ist die Karpaldachspaltung bei Karpaltunnelsyndrom. Aber auch Resektionsarthroplastiken am Daumensattelgelenk bei Rhizarthrose und Brüche an Fingern, Mittelhand und auch distale Radiusfrakturen lassen sich in dieser Technik schonend behandeln. Erheblichen Vorteil bietet diese Technik bei Sehnenlösungen, da hier ein aktives Bewegen des Fingers durch den Pateinten während der Operation eine Erfolgskontrolle ermöglicht. Patienten müssen zudem zur Operation nicht nüchtern sein, was insbesondere bei Diabetikern von Vorteil ist.
  • Schnappfinger (Tendovaginosis stenosans) werden seit 2025 in perkutaner Nadeltechnik behandelt. Dabei wird in örtlicher Betäubung das die Beugesehne(n) einengende Ringband mit einer Nadel durchtrennt, ohne dass ein Hautschnitt erforderlich wäre. Gerne führen wir den Eingriff direkt in der Sprechstunde durch. Die Heilungsphase beträgt bei etwa 80% der Behandlungen nur wenige Tage und ist damit erheblich schneller als beim offenen Verfahren. Vorübergehende Schwellungen bessern sich in der Regel spontan innerhalb weniger Wochen. Die selten unvollständig durchtrennten Bänder mit anhaltendem Schnappen können meist in derselben schonenden Technik nachoperiert werden.
  • Die Dupuytren’sche Kontraktur kann in vielen Fällen elegant mittels perkutaner Nadelfasziotomie in örtlicher Betäubung behandelt werden. Der kontrakte Strang wird dabei mit einer sehr feinen Nadel lediglich durchtrennt und nicht mittels Hautschnitt entfernt. Die Heilungsphase ist entsprechend sehr kurz. Zwar treten mit diesem Verfahren früher und häufiger Rezidive auf, jedoch lassen sich diese meist auch wieder minimalinvasiv in derselben Technik behandeln.
  • Arthroskopische Operationen führen wir am Handgelenk durch, meist zur Behandlung des degenerativ veränderten oder verletzten Meniskus, aber auch bei (rheumatisch bedingten) Entzündungen des Handgelenks. Von den vielen angebotenen weiteren arthroskopischen Techniken am Handgelenk führen wir die arthroskopisch gestützte Kahnbeinrekonstruktion bei Falschgelenk (Skaphoid-Pseudarthrose) durch. Die Technik weist eine sehr hohe Erfolgsrate auf, vermutlich da durch die minimalinvasive Technik die ohnehin prekäre Durchblutung des Kahnbeins nicht weiter beeinträchtigt wird.